Nach über 30 Jahren in unterschiedlichen Funktionen zieht sich der Absamer Bürgermeister Arno Guggenbichler Ende März aus der Kommunalpolitik zurück – ohne weinende, sondern mit lachenden Augen, wie er betont: „Meine persönliche Entscheidung ist wohl vorbereitet, reiflich überlegt und endgültig. Unser Gemeindeamt war mehr als drei Jahrzehnte ein bestimmender Teil in meinem Leben, insbesondere in meinen 17 Jahren als Bürgermeister, doch zukünftig möchte ich mich anderen Interessen widmen, mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen und einfach als ‚Privatmann‘ all das machen, wofür mir bisher die notwendige Zeit gefehlt hat. Und auch politisch halte ich es für gut, wenn nach so langer Zeit andere, neue Besen kehren“, erklärt Guggenbichler seine Beweggründe.
Trotz Corona: Absam steht gut da
Der Zeitpunkt für seinen Rückzug sei ganz bewusst gewählt, so das scheidende Gemeindeoberhaupt: „In der März-Sitzung habe ich dem Gemeinderat die Jahresrechnung 2020 zur Beschlussfassung vorgelegt und kann mit dem Rechnungsabschluss die Gemeindekasse geordnet übergeben. Mit einem satten Jahresplus von über 877.000 Euro, einem Bruttoüberschuss von über 2,2 Millionen Euro und einem sehr geringen Verschuldungsgrad war das schwierige vom Coronavirus geprägte Jahr 2020 für die Gemeinde Absam zumindest aus finanzieller Sicht ein erfolgreiches.“ Guggenbichler übergibt seinem Nachfolger eine geordnete Gemeindeverwaltung, die auf einer sehr gesunden finanziellen Basis gründet und von vielen hochmotivierten MitarbeiterInnen getragen wird.
Die Amtszeit von Arno Guggenbichler war geprägt vom Motto „Etwas bewegen wollen!“. Sowohl in gesellschaftlicher Hinsicht, als auch in der politischen Dienstleistung waren ihm die Begriffe Gemeinsamkeit, Miteinander und das Bemühen „alle gleich zu behandeln“, stets wichtig. Kirchturmdenken war für ihn immer fehl am Platz, die Gemeinde Absam sollte immer als Teil einer Region gesehen und Einzelinteressen sowie Egoismen möglichst hintangehalten werden.

Guggenbichler, der Baumeister
Mit gelungen Bauprojekten hat Guggenbichler das Dorfleben sowie den Servicecharakter bestärkt und ausgezeichnete Betreuungsmöglichkeiten sowohl für Kinder und Jugend wie auch für Ältere geschaffen. Ein besonderes Anliegen war ihm dabei, dass jungen Absamer Familien in ihrer Heimatgemeinde Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Insbesondere die Schaffung neuer Infrastruktur, die auch vielfach bei Architektenprämierungen ausgezeichnet wurde, und die Errichtung von leistbaren Wohnungen für die Absamer Bevölkerung trugen ihm den Beinamen „Baumeister“ ein. Guggenbichler agierte aber auch stets im Sinne eines Miteinander im Dorfleben. Für eine gut funktionierende Gemeinschaft forcierte er ein breites Angebot von sportlichen und kulturellen Aktivitäten sowie ebenso die Pflege der Dorftradition. Auch das Miteinander der unterschiedlichen Fraktionen im Gemeinderat waren ihm stets ein Anliegen.
Politischer Werdegang
Im Jänner 1991 begann eine kommunalpolitische Bilderbuchkarriere: Guggenbichler, der bis heute als Macher und Mann mit Handschlagqualität gilt, wurde zum Vorsitzenden der SPÖ-Absam gewählt, bereits im Herbst des Vorjahres wurde er in den Gemeindeausschuss zum Bau eines Seniorenwohnheims kooptiert. Ab 1992 war er 12 Jahre lang Vizebürgermeister und durfte ab März 2004 seiner Heimatgemeinde als Bürgermeister dienen.
Ein herzliches Danke an alle WegbegleiterInnen
„In diesen vielen Jahren haben sich natürlich auch sehr angenehme Bekanntschaften, ja manchmal sogar Freundschaften und viele gute Geschäftsbeziehungen gebildet. Ich konnte durchwegs ein ausgezeichnetes, kameradschaftliches Einvernehmen mit meinen BürgermeisterkollegenInnen pflegen, aber auch die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Landesregierung und den Behörden der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck oder dem Amt der Tiroler Landesregierung war stets wertschätzend und äußerst positiv. Ebenso funktionierte auch die elementare Zusammenarbeit mit den Firmen, die für die Gemeinde wertvolle Arbeit leisten, allen Systempartnern und den vielen Ehrenamtlichen in den unterschiedlichsten Bereichen bestens. Ihnen allen und der gesamten Absamer Bevölkerung möchte ich mehr als nur DANKE sagen für diese gemeinsame, wunderschöne Zeit“, richtet sich Guggenbichler an unzählige WegbegleiterInnen in drei Jahrzehnten Kommunalpolitik.
„Bürgermeister zu sein war und ist auch in Zukunft eine Herausforderung. Grundsätzlich ist man 24 Stunden am Tag im Amt, und das 365 Tage im Jahr. Aber gerade der direkte, enge Kontakt mit den Menschen war für mich das Schönste an dieser verantwortungsvollen, politischen Funktion. Ich blicke zufrieden zurück, kann eine sehr geordnete und gut funktionierende Gemeinde – meine Heimatgemeinde Absam – übergeben und wünsche meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin viel Kraft, Ausdauer, eine Menge Geschick und ein glückliches politisches Händchen.“ Verabschieden möchte sich Guggenbichler, wie auch schon im Gemeinderat, mit einem Zitat von Aristoteles: „Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten.“